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Bürgermeisterwahl Bad Pyrmont – Vorstellung der Kandidaten Teil 5

Wir haben den vier Kandidaten und Kandidatinnen für das Bürgermeisteramt in Bad Pyrmont 37 Fragen geschickt. Jeden Tag gibt es hier auf Emmerzon die Antworten jeweils zu einen Schwerpunktthema.

Die Antworten von Rainer Timpe findet Ihr in einem separaten Beitrag.

Hier die Antworten Teil 5:

Persönlicher Blick – etwas anders gefragt

Was in Bad Pyrmont würden Sie einem Gast als Erstes zeigen – und weshalb?

Böhnke: Das Schloss, die Hauptallee, den Kurpark und unseren wunderschönen Wald! Ein Blick von den Ortsteilen über den Talkessel gehört mit dazu. Weil jeder Gast dann sofort erkennen kann, wie schön es hier bei uns ist!

Grages: Ich würde am Hylligen Born starten, gemeinsam durch den Kurpark zum Schloss spazieren und dort einen Blick in die Dauerausstellung unseres Museums werfen. Auf diesem Weg kann man nicht nur die Schönheit und das besondere Flair Bad Pyrmonts erleben, sondern im Museum auch verstehen, welche außergewöhnliche Geschichte unsere Stadt hat. Für mich verbindet dieser Spaziergang vieles von dem, was Bad Pyrmont ausmacht: Kur, Natur, Kultur und Geschichte.

Muschter: Die Dunsthöhle. Europaweit die einzige Stelle, an der CO₂ – Gas als Trockengas an die Erdoberfläche kommt und zu besichtigen ist. Eine geologische Einzigartigkeit, die vielen Pyrmontern selber viel zu wenig bekannt ist. Keine Höhle, sondern das erste ‚Freiluftkrankenhaus‘ Pyrmont. Ein historisch wichtiger Ort, an dem so manch heutige Behandlung ihren Anfang hatte.

Wenn Bad Pyrmont einen zusätzlichen Feiertag hätte: Was würde an diesem Tag gefeiert?

Böhnke: Zusätzliche Feiertage können wir uns nicht leisten, aber wir Pyrmonterinnen und Pyrmonter sollten eigentlich jeden Tag unsere schöne Stadt, unsere Heimat feiern!

Grages: Ich würde an diesem Tag Bad Pyrmont selbst feiern – mit allem, was unsere Stadt besonders macht: Kur, Natur und Kultur, unseren Heilquellen, unseren Ortsteilen, unseren Vereinen und vor allem mit den Menschen, die hier leben und unsere Stadt ausmachen.

Muschter: Philipp Seip, hier in Bad Pyrmont geboren. Er hat in England und den Niederlanden Medizin studiert und ist dann nach Pyrmont zurückgekommen. Er hat die Dunsthöhle als ‚Freiluftkrankenhaus‘ gebaut, ein Behandlungsraum mit vier Plätzen über den Erdspalten, aus denen das CO₂- Gas strömt. Er hat die Behandlung von Patienten mit CO₂ Gas erfunden, damit kann man u.a. Bluthochdruck behandeln, Schuppenflechte, offene Beine, schlecht heilende Wunden. Alles zu einer Zeit, als es außer Schröpfen und Aderlass nichts gab. Er hat mehr verdient als eine kurze Seitenstraße hinter der Wandelhalle. Ihm verdanken wir Kurgäste wie den Alten Fritz und den Zaren. Er hat den Ruf Pyrmonts als Heilbad weltweit mitbegründet, seine Schriften sind u.a. in England und den Niederlanden erschienen.

Welcher Satz über Bad Pyrmont soll nach Ihrer Amtszeit öfter zu hören sein als heute?

Böhnke: Es ist schön hier, ich fühle mich wohl in Bad Pyrmont!

Grages: In Bad Pyrmont hat sich richtig etwas bewegt – und die Stadt hat ihre Chancen genutzt.

Muschter: „Das ist wirklich schöner geworden.“ Und „Hier komme ich wieder hin.“

Welche Idee für die Stadt klingt zunächst ungewöhnlich, wäre aber einen ernsthaften Versuch wert?

Böhnke: Hier geht es mir weniger um ein konkretes Vorhaben, sondern um das Miteinander in der Stadt. Ich möchte bewirken, dass die Menschen mehr respektvoll miteinander, als übereinander reden. Wir mehr das Positive an unserer Stadt sehen, an positive Entwicklungen glauben, bereit sind uns mit einzubringen und anfangen wieder stolz auf Bad Pyrmont zu sein!

Grages: Eine Megazipline über Bad Pyrmont klingt im ersten Moment vielleicht ungewöhnlich – aber genau solche Ideen darf man auch einmal denken. Ob Megazipline, Baumwipfelpfad, Kletterpark oder Pumptrack: Ein besonderes Outdoor-Angebot könnte Familien und junge Menschen ansprechen und einen neuen touristischen Anziehungspunkt schaffen. Entscheidend wäre natürlich, welcher Standort geeignet und was wirtschaftlich und naturverträglich umsetzbar ist.

Muschter: Eine Outdoor Kunstmeile einmal alle zwei Jahre auf der Hauptallee, mit Außenstellen in den Ortsteilen. Bei der EXPO hatten wir Kunstinstallationen von Studenten. Südlich des Wohnorts meiner Tochter hat man sowas 2003 angefangen: www.swellsculpture.com.au Freiluft Kunstausstellung: „SWELL hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kunst, Kultur und Kreativität für alle zugänglich zu machen. Durch Skulpturen, Performances und Installationen werden natürliche und städtische Räume neu interpretiert; so schafft das Festival bedeutungsvolle, sinnliche Erlebnisse, die beim Publikum noch lange nachwirken. SWELL ist für alle da – eine inklusive, generationenübergreifende Plattform, die das Gefühl der Zugehörigkeit, Freude und Reflexion fördert.“

Wie werden Sie im Bürgermeisteramt Privatleben und Beruf miteinander vereinbaren?

Böhnke: Ich bin es in den vergangenen Jahren bereits gewohnt, meistens 24/7 ansprechbar für die Belange unserer Stadt zu sein. Im Wahlkampf habe ich aber schon gelernt, dass neben der fachlichen Ebene noch mehr repräsentative Aufgaben auf mich zu kommen werden. Soweit meine Familie Lust hat, werde ich sie da gerne mit einbinden. Ansonsten ist es wichtig ein gutes Terminmanagement zu haben, um ausreichend Zeit für die Familie einzuplanen und sich Freiräume zu schaffen. Wahrscheinlich werde ich aber auch von meinen Aufgaben als Mitglied des Landesvorstandes der Komba Gewerkschaft zurücktreten.

Grages: Mir ist bewusst, dass das Bürgermeisteramt kein Beruf mit festen Arbeitszeiten ist und viele Abend- und Wochenendtermine dazugehören. Meine Familie kennt mein Engagement seit vielen Jahren und trägt diesen Weg mit. Gleichzeitig ist mir wichtig, dass es auch Zeiten gibt, die der Familie gehören – denn daraus ziehe ich persönlich auch Kraft und Rückhalt.

Muschter: Wie jede andere berufstätige Frau auch.

Was können Sie Positives über jeden einzelnen ihrer Konkurrenten um das Amt sagen?

Böhnke: Anja Grages ist sehr fleißig. Frau Muschter hat ein gutes kulturelles Fachwissen. Herr Timpe ist sehr selbstbewusst.

Grages: Mir steht es nicht zu meine Mitbewerber persönlich zu beurteilen. Jeder bringt eigene Erfahrungen, Stärken und Vorstellungen mit, und das respektiere ich. Für mich gehört zu einem fairen Wahlkampf, respektvoll miteinander umzugehen

Muschter: Alle sind Hundefreunde: Frau Grages und Herr Timpe haben beide einen Labrador, wie wir auch. Herr Böhnke hat zwei auf die Jagd ausgebildete Hunde.

 

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