Wir haben den vier Kandidaten und Kandidatinnen für das Bürgermeisteramt in Bad Pyrmont 37 Fragen geschickt. Jeden Tag gibt es hier auf Emmerzon die Antworten jeweils zu einen Schwerpunktthema.
Die Antworten von Rainer Timpe findet Ihr in einem separaten Beitrag.
Hier die Antworten Teil 3:
Konkrete politische Schwerpunkte
Welche drei Projekte möchten Sie in Ihrer ersten Amtszeit mit höchster Priorität anstoßen?
Böhnke:
- Vitalisierung der Innenstadt ( Kurtheater, Schlossstraße, Brunnenstraße, Waisenhof, Schaffung von Wohnraum, …)
- Bauliche Aufwertung der Herderschule und Max-Born-Realschule, um moderne Unterrichtsformen zu ermöglichen.
- Gestaltung des Stadiongeländes als Treffpunkt und Stärkung des Breiten-, Vereins- und Schulsportes (Kunstrasenplatz, Neubau der Südhalle und Generationen-Bewegungspark)
Grages: Für mich geht es nicht nur darum, immer neue Projekte anzustoßen, sondern zunächst auch darum, wichtige Vorhaben endlich umzusetzen. Ganz oben stehen die notwendigen Investitionen in unsere Schulen, insbesondere in die Max-Born-Realschule und die Herderschule. Zweitens möchte ich die wirtschaftliche Entwicklung zur Chefsache machen, Investoren gewinnen und unseren Gesundheits- und Kurstandort weiterentwickeln. Drittens müssen wir sichtbar in unsere Infrastruktur investieren: in Straßen und Wege, öffentliche Gebäude und unsere Sportstätten – dazu gehört für mich auch die Weiterentwicklung des Stadionareals. Entscheidend ist bei allen drei Punkten: Wir müssen von der Planung schneller in die Umsetzung kommen.
Muschter:
- Straßen, Wege und Sauberkeit: Schlaglöcher füllen, Fahrrad- und Gehwege Instandsetzen, Busverbindungen verbessern und für Sauberkeit sorgen.
- Bildung und Freizeit: Herder- und Max-Born-Realschule, Sporthallen mit Außenanlagen Instandsetzen.
- Wirtschaft und Tourismus: die Werbung für die Stadt anschieben, Einzelhandel, Gewerbe und Tourismus stärken. Parkplätze schaffen.
Wo sollte die Stadt investieren – auch wenn es zunächst Geld kostet?
Böhnke: Die Stadt muss, auch aufgrund rechtlicher Vorgaben, in ihre bauliche Infrastruktur investieren, das bedeutet im Besonderen die energetische Sanierung / Erneuerung der städtischen Gebäude und auch des Fuhrparks, mit den Ziel der CO² Neutralität. Die Finanzierung der Maßnahmen erfolgt durch die erzielten Einsparungen bei den Betriebskosten (Energie- und Unterhaltungskosten), der Trennung von nicht benötigter Infrastruktur und aus Fördergeldern. Auch müssen Maßnahmen der Klimaanpassung im Bereich Starkregenvorsorge und Hitzeschutz umgesetzt werden. Weiterhin muss die Stadt in Digitalisierung investieren, um den zu erwartenden Fachkräftemangel begegnen zu können.
Grages: Wir müssen vor allem dort investieren, wo wir Werte erhalten und Zukunft ermöglichen: in Schulen, Kitas, Straßen und Wege, Sportstätten und öffentliche Gebäude. Wer notwendige Investitionen immer weiter verschiebt, spart häufig nur kurzfristig und zahlt später deutlich mehr. Gleichzeitig müssen wir Förderprogramme und die zur Verfügung stehenden Mittel von Bund und Land konsequent nutzen, damit wir mit unserem kommunalen Eigenanteil möglichst viel für Bad Pyrmont erreichen.
Muschter: Früher hat das Staatsbad die Werbung für Pyrmont übernommen, durch die Veranstaltungen im Konzerthaus und Kurtheater wurde für Pyrmont überregional geworben, mit der Schließung der Häuser ist das weggefallen. Aber auch der Kurpark wird heute eher vermietet, als eigene Veranstaltungen zu planen und dann sind wir in Pyrmont abhängig davon, wieviel Werbung der jeweilige Veranstalter machen kann, oder ob er uns gar noch in negative Schlagzeilen reißt. Wir müssen dringend selbst anfangen für Pyrmont zu werden, denn aus der Bad Pyrmont Tourismus sind das Staatsbad und der KVV ja ausgetreten. Herr Stahlhut hat das schon erklärt: jeder Euro in die Werbung bringt bei Übernachtungsgästen rund 150 € zurück. Wir können mit 100.000 € im Jahr anfangen, das ist weniger als die Ampel am geplanten Kreisel kosten soll.
Wo muss die Stadt sparen oder effizienter werden, wenn die finanziellen Spielräume enger werden?
Böhnke: Wie bereits genannt müssen die Energiekosten und die Unterhaltungskosten im Bereich der zum Teil veralteten öffentlichen Infrastruktur gesenkt werden. Digitalisierung und KI müssen zur effizienteren Umsetzung der Aufgabenerledigung und damit als Beitrag zur Kostenreduzierung genutzt werden.
Grages: Sparen beginnt für mich mit effizienten Strukturen und Prozessen. Digitalisierung, weniger Bürokratie und die Überprüfung laufender Ausgaben können Kosten reduzieren. Entscheidend ist, jeden Euro verantwortungsvoll und mit größtmöglichem Nutzen einzusetzen und gleichzeitig in die Zukunft zu investieren.
Muschter: Die sind doch schon eng, wir sind in der Haushaltssicherung. Eine Stadt kann nicht pleitegehen, aber wenn sie ihre Verbindlichkeiten nicht mehr zahlen kann, wie Bad Pyrmont, muss sie ihre Ausgaben von der Kommunalaufsicht absegnen lassen. Die beschlossenen Sparmaßnahmen müssten eingehalten werden. Ich brauche keinen eigenen Dienstwagen, die Stadt hat genügend Kleinwagen, um zu Terminen zu kommen. Sparen an Machbarkeitsstudien. Kein Bahnhofsvorplatz ohne Toiletten, kein neuer Brunnenlauf in der Brunnenstraße, keinen Umbau der Kirchstraße, Heiligenangerstraße und der Schlossstraße. Nicht zwingend notwendige Bauprojekte bleiben zu lassen bedeutet sinkende Kredit- und Zinskosten. Wenn wir Einkauf und IT, Vergabestellen und Leistungen des Bauhofs mit Nachbarkommunen teilen, können wir Geld sparen.
Was wollen Sie für lebendige Innenstadt, Einzelhandel, Gastronomie und Leerstandsvermeidung tun?
Böhnke: Die Innenstadt, aber auch die Ortsteile, müssen zum attraktiven Wohnstandort umgewandelt werden. Bad Pyrmont muss weiterhin sehr guter Kur- und Tourismusstandort bleiben und auch da wachsen, sich aber auch zum Wohnstandort weiter entwickeln. Der Bau-Turbo gibt hierfür die rechtliche Grundlage, da er die Schaffung von Wohnraum erleichtert. Gleichzeitig gibt es hierfür sehr gute Förderprogramme, zum Beispiel über die N-Bank, die privaten Investoren die Finanzierung deutlich attraktiver ermöglicht. Eine gute, an die Klimaveränderung angepasste, öffentliche Infrastruktur mit hoher Aufenthaltsqualität des öffentlichen Raumes, ein gutes Kultur- und Veranstaltungsangebot und attraktive Beherbergungsbetriebe tragen weiter zur Steigerung der Attraktivität der Innerstadt bei. Das alles erhöht die Frequenz in der Innenstadt und stärkt damit Handel und Gastronomie und fördert auch das Handwerk.
Grages: Eine lebendige Innenstadt braucht eine attraktive Gestaltung, eine hohe Aufenthaltsqualität und einen guten Mix aus Einzelhandel, Gastronomie und weiteren Angeboten. Neben einem aktiven Leerstandsmanagement möchte ich deshalb gezielt auf interessante Geschäfte, Konzepte und Gastronomiebetriebe zugehen und für den Standort Bad Pyrmont werben. Dazu müssen wir Eigentümer, potenzielle Betreiber und Investoren zusammenbringen und Ansiedlungen aktiv begleiten. Gleichzeitig müssen wir die bereits vorhandenen Angebote und Veranstaltungen gezielt nutzen, gemeinsam weiterentwickeln und durch neue Formate ergänzen, um zusätzliche Besucher in die Innenstadt zu bringen und sie nachhaltig zu beleben. Mein Ziel ist eine Innenstadt, in der sich Einheimische und Gäste gerne aufhalten, einkaufen und ihre Zeit verbringen.
Muschter: Wieder und wieder: mit Werbung mehr Gäste holen. Unser Produktplacement müssen wir besser ausbauen. Aus meiner Zeit bei Zeitung und Fernsehen sehe ich für Pyrmont, wir haben einen viel zu kleinen Radius, in dem wir bekannt sind. Die Werbegemeinschaft, die Kliniken und unsere Global Player müssen wir mit ins Boot nehmen, gemeinsam können wir mehr erreichen.
Wir brauchen Kunden und Gäste, ohne können unser Einzelhandel und Gastronomie nicht überleben. Sonst kommen auch keine Neugründungen, wenn die Besucherzahlen nicht steigen. Nur mit mehr Leben im Ort kann neuer Leerstand vermieden und bestehender gefüllt werden.
Mehr gemeinsames Auftreten mit Lügde, das gemeinsame Tal vermarkten.
Ich gehe regelmäßig in unsere Geschäfte und Restaurants und dann höre ich direkt, wie es ihnen geht und was man sich wünscht: mehr Besucher, mehr Betrieb, damit auch mehr Umsatz. Das sichert Arbeitsplätze. Auch bei den Zulieferern, dem Handwerk ebenfalls. Das kommt der gesamten Stadt zugute.
Die Touristischen Tafeln an der Autobahn, die ich beantragt hatte, sind nicht gekommen. Wir können aber an den Autobahnen – wie McDonalds- große Werbetafeln aufstellen. „Urlaub unter Palmen, nächste Ausfahrt.“
Die Brunnenstraße nochmals teuer umzubauen, das bindet Geld in Steinen. Das gleiche gilt für einen Umbau der anderen im ISEK und dem Verkehrsentwicklungsplan geplanten Straßen und Plätze. Das Geld des ISEK müssen wir den Eigentümer für die Gebäude zur Verfügung stellen, mindesten zu 50%.
Günstiger sind einfache Sachen, vielleicht ein Schachspiel, einfach das Spielfeld durch Platten zu markieren, Bänke drum rum. Wir haben gerade beim Kurt-Pape-Open gesehen, wie viele junge Menschen Schach spielen. Einen gemeinsamen Platz für jedes Alter schaffen.
Solch einfache Mittel gibt es viele, da können die Bürger sicherlich noch viele Vorschläge für schönere Plätze bringen: denn das ist mein Ziel, die Bürger mehr einbinden, das Schwarmwissen verbinden.
Nicht neue teure Gutachten, sondern das Wissen der Bürger gut Achten.
Wie soll Bad Pyrmont beim Thema Klimaschutz und Anpassung an Hitze, Starkregen oder Trockenheit handeln?
Böhnke: Der Rat der Stadt hat im Sommer 2025 das Klimaanpassungskonzept beschlossen. Darauf basierend wurde die Förderung der Erstellung eines Starkregenvorsorgekonzeptes beantragt. Der Förderbescheid ist im April 2026 eingegangen. Für die Erstellung des Konzeptes wird gerade die Ausschreibung vorbereitet. Das Starkregenkonzept wird die erforderlichen Maßnahmen zur Starkregenvorsorge im privaten und Öffentlichen Bereich aufzeigen und Grundlage der Umsetzung und Finanzierung sein. Weiterhin ist es wichtig im Bereich der Klimaanpassung auch an den Hitzeschutz zu denken. Bad Pyrmont hat mit dem Kurpark, der Hauptallee und der Brunnenstraße schon viel Grün in der Stadt, was sich bereits positiv auswirkt. Trotzdem müssen weitere Flächen entsiegelt und begrünt werden, auch im Hinblick auf das Regenwassermanagement. Das Regenwasser muss grundsätzlich besser gelenkt werden, hier geht es um vermehrte Versickerung und damit Auffüllung des Grundwasserspeichers, Rückhaltung, aber auch um die Nutzung als Brauchwasser um wertvolles Trinkwasser zu sparen.
Grages: Klimaschutz muss für eine Kommune konkret und umsetzbar sein. Bei öffentlichen Gebäuden sollten wir Energie einsparen und erneuerbare Energien dort nutzen, wo es wirtschaftlich sinnvoll ist. Gleichzeitig müssen wir uns stärker an die Folgen des Klimawandels anpassen: mehr Schatten und Grün in stark aufgeheizten Bereichen, Klimainseln, ein sinnvoller Umgang mit Regenwasser und Vorsorge gegen Starkregen. Gerade als Kur- und Gesundheitsstadt sollten wir dabei unsere besondere grüne Qualität erhalten und weiterentwickeln.
Muschter: Der Generalentwässerungsplan muss dringend im Rat vorgestellt werden, den kennt bisher nur die AÖR. Danach müssen wir unser Regenwassermanagement aufbauen.
Ich bin seit 5 Jahren dahinter her, dass die Stadtforst ihre Gräben macht, damit der Regen gleich im Wald bleibt und gar nicht erst die Berge runter kommt. Das sorgt für Versickerung im Wald und damit für mehr Grundwasserbildung. Gut gewässerter Wald ist weniger anfällig. Die Gräben in Feld, Flur und an den Straßen müssen gepflegt sein, um Regenwasser aufzunehmen.
Bei Starkregen haben wir u.a. erlebt, dass die Kanaldeckel hochkommen. Schnelle Hilfe: Regentonnen bei den Bürgern, die dann bei Trockenheit für weniger Verbrauch von Stadtwasser im Garten sorgen. Das möchte ich gerne fördern, doch bisher wurde unser Antrag auf finanzielle Anreize für Regentonnen immer abgelehnt:
https://baumbad.de/blogs/baumwissen/schwammstaedte?srsltid=AfmBOooeZhzoE1gn_Ry9kt91gJhqWUrAAHE_78OOdzPokhjNNqJNSqEU
Die Kaltluftschneisen dürfen nicht zugebaut werden, das ist die billigste Form des Klimaschutzes. Natürliche Abkühlung nachts ist unser bester Schutz.
Car-Sharing ist eine Möglichkeit, den Autoverkehr weiter zu reduzieren. Die Öffis hatten für Pyrmont für dieses Jahr kleine E-Busse angekündigt. Das wäre sehr gut, denn die großen Busse haben es in manchen engen Straßen hier schon sehr schwer.
Heile, sichere Fahrradwege soll Bürger dazu animieren, auf dem Weg in die Stadt doch schnell mal das Rad statt Auto zu nehmen.
„Weißer, Grüner, Blauer“ soll die Stadt werden. Daran sollten sich die neuen öffentlichen Gebäude eigentlich halten. So war der Plan vom Rat abgestimmt.
„Grüner“ heißt für mich, auf jeden Fall den bestehenden Baumbestand, insbesondere am Bahnhof, zu schützen und pflegen. Zusätzliche Klimainseln mit Blumen und Rasen in der Brunnenstraße verhindern den Aufbau von Marktständen. Deshalb lieber mehr Grün auf den Schulhöfen, mehr Schatten auf den Schulhöfen und Spielplätzen.
„Blauer“ bedeutet Wasser. Für mich sind Trinkwasserspender auf der Brunnenstraße, am Markt und in den Schulen wichtig. Die bestehenden Brunnen auf der Brunnenstraße wieder reparieren, säubern, statt teuer neue künstliche Wasserläufe in der Brunnenstraße anzulegen. Das Geld können wir woanders besser gebrauchen.
„Weißer“ bedeutet die Fassadenfarbe neuer Gebäude. Weiße Fassaden reflektieren die Sonne und heizen auch die Umgebung weniger auf. Die Städtischen Gebäude, wie die Schulen mit Klimaanlagen auszustatten bedeutet, dafür brauchen wir einen Nachtragshaushalt und müssen die Geräte ausschreiben und anschaffen. Das wird bis Weihnachten dauern. Verschattung durch Fassadenbegrünung ist wichtig. Die Neubauten und Sanierungen an Herder- und Max-Born-Realschule müssen mit Raumklima und Fassadenfarbe dann auch angepasst werden.
Der Ausbau von Solar auf Städtischen Gebäuden kann gefördert werden. Windräder sind im Kurgebiet nicht zulässig.
Was ist Ihr Plan, um Verwaltung, Genehmigungen und Bürgeranliegen einfacher und digitaler zu machen?
Böhnke: Die Digitalisierung muss voran getrieben werden. Erste Schritte hierfür sind bereits erfolgt. Doch die Digitalisierung der Verwaltung kann nur steuern, wer Verwaltungsabläufe kennt. Hier ist meine Verwaltungskompetenz unerlässlich. Die Optimierung der Verwaltungsabläufe durch Digitalisierung, KI und papierlose Verwaltungsvorgänge, Online- Verfahren zur Beantragung und Erhalt von Genehmigungen und Terminmanagement darf aber nicht dazu führen, dass die Bürgernähe verloren geht. Das Rathaus muss ein Raum für die Bürgerinnen und Bürger sein, mit einem guten Beratungsangebot, nicht nur Online, sondern auch von Mensch zu Mensch.
Grages: Unsere Verwaltung ist bei der Digitalisierung bereits auf einem guten Weg, diesen müssen wir konsequent weitergehen. Dazu gehören digitale Aktenführung, weniger Papier, gemeinsame digitale Arbeitsprozesse und mehr Dienstleistungen, die Bürgerinnen und Bürger vollständig online erledigen können. Gleichzeitig müssen wir Prozesse überprüfen und vereinfachen – Digitalisierung darf nicht bedeuten, einen komplizierten analogen Prozess einfach digital abzubilden. Mein Ziel sind klare Zuständigkeiten, kürzere Wege und ein moderner Bürgerservice.
Muschter: Wir haben mit Smart City ein Programm zur digitalen Verbesserung, gemeinsam mit dem Landkreis. Vieles ist schon umgesetzt, aber Sie dürfen nicht vergessen, die Gesetze muss man schon noch einhalten. Schneller geht es, wenn wir in der Verwaltung für schlankere Abläufe sorgen. Weniger Aufgaben für einige Dezernate. Dann gibt es die Möglichkeit der TVM, der TerminVerzugsMeldung: die Mitarbeiter können melden, woran der Verzug liegt. Ich möchte die Mitarbeiter anhören, was aus ihrer Sicht einen schnelleren Ablauf verhindert und diese Abläufe verbessern.
Wie wollen Sie lokale Unternehmen, Handwerk, Gründungen und gute Arbeitsplätze unterstützen?
Böhnke: Mit der Einführung der Wirtschaftsförderung und der Ausweisung und Vermarktung des Gewerbegebietes „West“ wurde ein erster Schritt in diese Richtung getan. Aber auch nur ein erster Schritt! Die Wirtschaftsförderung muss ausgebaut werden, die Ansprechbarkeit und Kommunikation zwischen lokalen Unternehmen, Handwerk, Gründungen und der Verwaltung muss verbessert werden, damit die Bedarfe der Gewerbetreibenden erkannt und gefördert werden können. Auch muss weiterer Raum für Gewerbe zur Verfügung gestellt werden. In Bad Pyrmont gehört aber auch Kultur zum Bereich Wirtschaftsförderung, daher müssen wir auch weiterhin ein gutes Kulturangebot vorhalten und vielleicht noch ausbauen. Hier Bedarf es der engen Zusammenarbeit mit Beherbergungsbetrieben, Gastronomie, Staatsbad, BPT, Landkreis, Kulturförderern und Kulturschaffenden.
Grages: Wirtschaftsförderung ist für mich Chefsache. Ich möchte den direkten Kontakt zu unseren Unternehmen und Handwerksbetrieben suchen, denn Bestandspflege ist genauso wichtig wie Neuansiedlung. Wir brauchen gute Rahmenbedingungen, verfügbare Flächen, schnelle Genehmigungen und eine Verwaltung, die Investitionen ermöglicht und begleitet. Gleichzeitig möchte ich gezielt neue Unternehmen und Gründungen für Bad Pyrmont gewinnen und damit neue Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen.
Muschter: Gründungen können wir über die Förderprogramme der Stadt unterstützen. Handwerk braucht Nachwuchs, Schüler können wir noch mehr auf Ausbildung hier im Handwerk ansprechen. Lokale Unternehmen sind auf alles angewiesen, was wir machen wollen: Gute Straßen für die Erreichbarkeit, gute Kitas und Schulen als Standortvorteil, eine schöne, lebendige Stadt, mit der die Arbeitgeber punkten können. Die bereits oben aufgezählten Maßnahmen gelten alle auch hier.
Morgen geht es weiter mit dem Themenkomplex: „Führung, Zusammenarbeit und Transparenz“
